Stadtbegehungen ///


Im Vorfeld der Ausstellung "Shrinking Cities // Schrumpfende Städte - Interventionen" fanden im September 2005 Stadtbegehungen in Leipzig statt. Bei den Stadtbegehungen wurden Schrumpfungsprozesse direkt vor Ort erfahrbar gemacht. Ausgewiesene lokale Experten erläuterten die Situationen exemplarisch an drei Stadtteilen, die besonders von hohem Leerstand und Umstrukturierung betroffen sind.

Kontakt:
Heidi Stecker
Galerie für Zeitgenössische Kunst
Tel. 0341/140 81 25
Mail stecker*at*gfzk.de

Stadtbegehung I - Leipzig-Plagwitz ?Mapping History?.
Termine: 4. und 18. September 2005, 14 Uhr. Treffpunkt: Rathaus Plagwitz
Plagwitz steht für Leipzigs ?neue Gründerzeit?. Unter dem Motto ?Mehr Grün, weniger Dichte? findet derzeit eine ?Anreicherung der ehemals dicht bebauten Quartiere mit ökologischen, funktionalen und sozial begründeten Freiraumelementen? statt. Geglättet wird dabei nicht nur der städtische Raum, sondern auch die Geschichte. Denn die Gründerzeit im 19. Jahrhundert wurde nicht nur von Euphorie, sondern auch von wirtschaftlicher Depression begleitet. Auch die Geschichtsschreibung von Plagwitz zeigt oft mehr blinde Flecken als eine produktive Aufarbeitung von Raum und Zeit auf. Harmonisch im Verhältnis Mensch-Natur-Kultur soll der städtische Raum ein positives Image erzeugen. Stattdessen prägen säuberlich verwaltete Brachen und kontrollierte Parklandschaften das Bild. Wofür steht Plagwitz? Die Kulturwissenschaftlerin und Kunsthistorikerin Britt Schlehahn führt zu exemplarischen Orten in Plagwitz.

Stadtbegehung II - Leipziger Osten ?Stadtumbauprogramme?. Termine: 4., 11. und 25. September 2005, 14 Uhr. Treffpunkt: ICE Informationszentrum, Eisenbahnstraße
Im Leipziger Osten konzentrieren sich vielfältige Problemlagen. Trotz umfangreicher öffentlicher und privater Investitionen in Gebäude und Infrastruktur prägen die Folgen des massiven Bevölkerungsrückgangs zwischen 1991 und 1999 - hoher Wohnungsleerstand, ungünstige Sozialstruktur, unattraktives Wohnumfeld und schwache Wirtschaftsstruktur - das Bild des Stadtteils. Zur Erhöhung der Lebensqualität wurde ein ?Konzeptioneller Stadtteilplan? erarbeitet. Der bedeutendste Entwicklungsimpuls für den Stadtumbau soll danach von der Umsetzung des Projektes ?Grünes Rietzschkeband?, das den Osten in zentraler Lage vom Hauptbahnhof über den Kernbereich Rabet bis nach Sellerhausen durchdringt, ausgehen. Auf dem Spaziergang mit dem Stadtteilmanager Andreas Kaufmann durch den Leipziger Osten werden die Ergebnisse des Stadtumbaus sichtbar gemacht und der Blick in die Zukunft eines von Schrumpfung gezeichneten Stadtteils gerichtet.

Stadtbegehung III - Leipzig-Grünau ?Akteure?. Termine: 11. und 26. September 2005, 14 Uhr. Treffpunkt: Stadtteilladen Grünau, Stuttgarter Allee
Ein Schwerpunkt des geplanten Leipziger Stadtumbaus ist die Wohnsiedlung Grünau. Hier werden in den nächsten drei Jahren mehr als 2600 Wohnungen vom Markt genommen, um Chancen für Freiflächen zu bieten, die beim damaligen Aufbau der Siedlung eingeplant waren, auf Kosten von neuen Wohneinheiten jedoch nie realisiert wurden. Durch Einbeziehung der Bevölkerung in Rückbau- und Abrissvorhaben soll die Gebietsbindung und die Bereitschaft, an den Maßnahmen mitzuwirken, gefördert werden. Inwieweit dies in Grünau gelingt und als Instrument der Stadtplanung überhaupt wahrgenommen wird, wird ein Thema des Stadtspaziergangs sein. Im Mittelpunkt stehen zudem die Entscheidungsträger - Wohnungsanbieter, Politiker, Stadtplaner, Infrastrukturbetreiber ? und ihre jeweiligen Ambitionen, Interessen und Handlungsmuster. Die Stadtbegehung wird der ehemalige Mitarbeiter im Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung Bernd Puckelwaldt leiten. Er hat den Bau Grünaus seit 1976 als Vertreter der Hauptauftraggeberseite Komplexer Wohnungsbau begleitet und wohnt seit 1980 in Grünau.




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